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Was wegschmilzt.

In meinem Leben schmelzen seit einigen Monaten so viele Missverständnisse dahin.


So viele Missverständnisse darüber, wer ich vermeintlich bin in dieser Welt. Wie das Leben funktioniert. Ich finde mehr und mehr aus einem Überleben in das Leben hinein. "Überleben" klingt dramatisch? Ja, vielleicht. Und doch ist es so.


Ich überlebte mein Leben lang damit, mich überall anzupassen. Nicht mehr zu wünschen, nicht mehr zu träumen und meine Bedürfnisse zu negieren. Damit, mich im vorauseilenden Gehorsam zurückzunehmen, kleiner zu machen, mich so zu verhalten, wie man das eben so macht. Damit ich nicht zu viel bin. Damit mich niemand verurteilt. Damit ich niemandem auf die Füße trete.


Ich überlebte damit, alleine klarzukommen. Bloß niemandem zur Last zu fallen. Von niemandem abhängig zu sein. Die starke Frau zu sein, die nichts und niemanden braucht. Zu tun, zu tun, zu tun und mich damit wichtig zu machen für andere. Damit sie meinen Wert erkennen.


Ich überlebte damit, mir Liebe zu erkaufen damit, erst einmal für alle anderen da zu sein, anderen ihre Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen, es allen recht zu machen, damit dann vielleicht auch etwas für mich zurückkommt.


Ich überlebte damit, all die Dinge, die ich über mich und über das Leben gelernt hatte, für wahr zu halten. All den Stimmen in meinem Kopf, all meinen Glaubenssätzen, die mich den ganzen Tag begleiteten, zu folgen.


Ich überlebte damit, zu verkopfen. Das Leben und meine Gefühle zu denken, statt beides wirklich zu fühlen.


Ich überlebte damit, die Signale meines Körpers zu überhören. Meine Grenzen nicht mehr wahrzunehmen. Mir immer noch mehr abzuverlangen, weil ich meinte, funktionieren zu müssen.

Ich überlebte in einem dauernd währenden Kampf gegen mich selbst. Ich überlebte, indem ich für so viele Dinge keine Erlaubnis in mir hatte.


Ich habe genug davon. Und lerne seit einigen Monaten, Schicht für Schicht zu erkennen und abzulegen, was ich nicht bin. Ich lerne, die Missverständnisse zu erkennen. Ich lerne, mir zuzuhören und mich für nichts, was in mir lebendig ist, falsch zu machen. Und nichts von dem "weg haben" zu wollen. Selbst meine inneren Antreiber, diese Stimmen, die mich so schlecht machen, wollen mich schützen. Sie haben gelernt, wie das Überleben für mich funktioniert hat. Und haben Angst vor Veränderungen.


Ich lerne, dass Frau-sein nicht nur heißt, einen anderen Körper zu haben als das andere Geschlecht. Weiblichkeit ist so viel mehr. Weiblichkeit ist weich sein und aus dem Tun herauskommen. Weiblichkeit ist, zu empfangen. Weiblichkeit ist, zu fühlen und mich zu verkörpern. Weiblichkeit ist, jeden Tag als eine andere aufzuwachen. Weiblichkeit ist die Erlaubnis, immer genau die zu sein, die ich gerade bin. Und Weiblichkeit bringt mich erst in meine natürliche Kraft.


Ich lerne meinen Körper zu respektieren und hinzulauschen, wenn er mir Schmerzen oder Unwohlsein schickt. Mich um mich zu kümmern, mich zu umsorgen und freundlich und sanft mit mir umzugehen.

Ich lerne, dass sich das Leben nicht durch meinen Kopf lebt. Entscheidungen treffe ich nicht mehr durch das Abwägen von Argumenten, sondern indem ich der Weisheit meines Körpers vertraue, durch den die Intelligenz des Lebens zu mir spricht.


Ich lerne, dass ich so viel besser heilen kann, wenn ich mich mit Frauen umgebe, die den Weg mit mir gehen. Die mich bezeugen, die mich halten, die mich unterstützen und mich lieben, egal, wie "peinlich" es in meinen Augen sein mag, was ich mit ihnen teile. Je mehr ich mich zeige, als die, die ich bin, desto mehr darf ich erfahren, dass ich mit nichts alleine bin. Dass ich mich für nichts schämen muss, was mir durch den Kopf geht oder was ich fühle. Und gleichzeitig darf ich die Prozesse der anderen Frauen miterleben und mich auch darin selbst immer wiederfinden. Und mit ihnen heilen. Ich bin nicht allein. Ich bin verbunden und gehalten. Und diese Frauen, die wollen mich in meiner authentischsten, strahlendsten Version sehen. Und ich darf endlich erfahren, was es heißt, mich in Verbindung wirklich nähren zu lassen.


Die Archetypinnen, die uns in der Mastermind von Svenja Strohmeier in diesem Jahr begleiten, unterstützen mich so sehr auf diesem Weg. Mich mit meiner wilden Frau zu verbinden hilft mir, wieder meine authentischen Gefühle zu fühlen. Nicht in meinem Kopf - sondern in meinem Körper. Sie lädt all das in meinen Körper ein, das ich mir lange zu fühlen verboten habe. Die Mutter schmilzt meine Herzmauern und lässt mich lieben - sie ist so eine wertvolle Begleitung darin, für meinen pflegebedürftigen Großvater da zu sein. Die Kriegerin begleitet mich, wenn ich in Situationen komme, in denen mich viele Menschen umgeben. Sie wahrt meine Grenzen und lässt mich in jedem Moment meinen Frieden wählen. Jede Archetypin bringt Themen in mir ans Licht, die angeschaut, gefühlt und geheilt werden möchten. Manchmal überraschen mich die Themen. Manchmal sind sie unfassbar schmerzhaft. Und jedes Mal fällt ein neues Puzzle-Stück an einen neuen Platz und lässt mich mehr zu mir werden.


Ich weiß, es mag pathetisch klingen, und doch ist es die Wahrheit: Ich wache zurzeit fast jeden Tag auf und fühle mich neu. Anders. Ganzer. Und das ganz ohne anstrengendes Tun, sondern einfach, indem ich mich dem hingebe, was geschehen möchte. Alles, was ich brauche, liegt längst in mir - und je mehr Schichten ich loslasse, die mich von mir trennen, desto mehr darf ich erkennen, dass ich die Schöpferin meines Lebens bin.


Falls du auch in die Archetypinnen eintauchen möchtest, kann ich dir das Programm "Die 12 Archetypinnen in dir" von Svenja Strohmeier so sehr empfehlen! Du findest es unter diesem Link!


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