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Let´s talk, everybody´s darling!

Ich habe ihn heute so sehr gespürt, den Teil in mir, der es jedem recht machen möchte. Der niemanden enttäuschen möchte. Der möchte, dass sich alle gut fühlen. Auch wenn das heißt, dass ich mein Nein übergehe.


Das Nein in mir war klar und deutlich und ich bin auch nicht in die Handlung gegangen. Und doch nagte dieser Teil an mir. Ständig poppte ein "Oder soll ich doch...?" in mir auf. Mit all dem Unwohlsein, all der Unsicherheit - und all dem Genervtsein darüber. Weil mein Kopf weiß, ich muss es nicht jedem recht machen - kann es nicht einmal! Aber meine emotionale Wahrheit ist einfach eine andere.


Also höre ich hin. Also gebe ich "everybodys darling" (sie heißt Eddi) einen Platz auf meiner Matte. Gehe in den Austausch mit diesem so jungen, verzweifelten Anteil in mir.


 Ich frage sie also: "Eddi, warum glaubst du, es allen recht machen zu müssen?"


 Sie weiß erst keine Antwort. "Weil das nunmal so ist. Wie soll das auch anders gehen? Ich verstehe die Frage nicht. Ich muss höflich sein. Ich muss dafür sorgen, dass sich alle wohlfühlen. Sonst lieben sie mich doch nicht."


In meinem Körper Schwere. Eng fühlt es sich an in mir, ich kann kaum atmen. Es fühlt sich an, als könnte ich mich kaum bewegen.


Vor meinem inneren Auge verschmelzen alle Menschen zu einer einzelnen Person. So dass ich, wenn ich die Liebe eines Menschen verliere, gar keine Liebe mehr bekomme. Von niemandem. Das fühlt sich bedrohlich an. Dann bin ich ganz alleine. Dann ist keiner mehr da.


 Ich wechsele die Plätze auf meiner Matte. Tauche ein in das, was sich nach meiner Seele, nach meinem Higher Self anfühlt. Da ist so viel Liebe in mir für Eddi. Mein Herz ist weit. Ich spüre mich groß und weit.


"Ach Eddi, ist das nicht schrecklich anstrengend? Und vielleicht hast du da etwas falsch verstanden. Liebe ist immer. Egal, was du tust oder nicht tust. Es gibt Menschen, die dich lieben. Und zu denen fließt auch deine Liebe und Energie. Die Liebe bleibt, auch wenn du mal etwas falsch machst. Und alle anderen... deine Energie ist endlich. Bitte kämpf dich nicht da ab, wo du dich nicht am richtigen Platz fühlst. Oder wo es dir egal ist. Was brauchst du? Was brauchst du, um zu spüren, dass du sicher und geliebt bist?"


 Ich wechsele zurück auf Eddis Platz. Und noch bevor ich ganz sitze, bricht aus mir heraus: "Ich brauche Mama!" und die Tränen fließen  Mein Körper schluchzt. Schüttelt sich. "Ich brauche Mamas Liebe. Ich habe es so versucht. Aber es hat nicht gereicht. Ich war nicht gut genug. Ich hätte lieber sein müssen. Besser. Ich habe nicht gereicht."


Ich spreche alles aus. Spüre, wie mein Körper sich nach einer Weile entspannt. Spüre, wie etwas leichter wird in mir. Spüre, wie wenig ich ich bin, wenn ich es jedem recht machen möchte. Wie klein und durchsichtig es sich anfühlt, wenn ich mit schräg gelegtem Kopf zu allem lächelnd ja sage.


Ja, dass die Liebe meiner Mutter nicht da war, ist nicht die reine Wahrheit. Meine Mutter hat mich geliebt. Auf einer gewissen Ebene weiß ich das. Aber die emotionale Wahrheit dieses Teils in mir, die emotionale Wahrheit von Eddi ist, dass sie mich nicht lieben konnte (weil ich nicht gut genug war). Und die darf ich hören, fühlen, ehren - denn diese Wahrheit wirkt auch in mir.


 Sie wirkt in mir, wenn ich, wie heute, ständigen Mindfuck habe, nur weil ich eine Nachricht nicht beantworten möchte an einen Menschen, der mich nach 100 Jahren plötzlich anschreibt und mit dem mich einfach nichts verbindet.


 Sie wirkt in mir, wenn ich nicht für mich einstehe, wenn mich Leute blöd behandeln.

 Sie wirkt in mir, wenn ich mich nicht sichtbar mache, weil ich Angst habe, bewertet zu werden.

 Sie wirkt in mir, wenn ich mich abkämpfe damit, die Bedürfnisse anderer erahnen zu wollen und ständig im Alarmmodus bin, um ja alles richtig zu machen.


Sie wirkt ständig in mir. Also darf ich hinhören. Eddi eine Stimme geben. Sie willkommen heißen. Sie ernst nehmen. Sie in mein Herz schließen und mit ihr lernen, wie viel ich missverstanden habe im Leben.


Mir zuhören heilt mich. Mir zuhören kann ich, wenn ich meinen Körper sprechen lasse und nicht meinen Kopf, der das Genöle von Eddi eh nur albern und unnötig findet.


Welche Wahrheiten wirken in dir? Mit welchen Anteilen von dir magst du mal ins Gespräch gehen?


Falls du dir dabei eine Begleitung wünschst, melde dich sehr gern bei mir. Ich schenke dir meine Neugier, meine Geduld und einen bewertungsfreien Raum, in dem all die Teile von dir, die du eigentlich am liebsten loswerden möchtest, Liebe und Gehör finden, damit sie heilen können.

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