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Der Zweifel.


Wenn der Zweifel reinkickt.


Ich sitze gerade vor der Aufzeichnung meiner BEWEGT by Körperlauschen-Stunde von heute und mein Herz ist voller Mitgefühl.


Für diese Nadja, die innerhalb von Sekunden von Freude und tiefem bei-sich-Sein in die Selbstzweifel abrutscht. Wie sehr ich das auch im Video sehe und nicht nur so sehr in mir spüre gerade


Puh. Schmerzhaft. Sehr.


Und verunsichernd. Und traurig. Und so gar nicht erwünscht. Und so ohne Grund! Echt mal!

Und doch ist es die Wahrheit. "Deine Gefühle brauchen keine Begründung!", weiß ich und sage ich anderen auch immer wieder. Es "auszuhalten" ist trotzdem nicht so leicht.


Ich will so viel lieber an dem guten Gefühl festhalten. Und das doofe nicht fühlen. Weil: hängt ja was dran! Wenn ich dem Zweifel zuhöre, sagt der Sachen wie "Kein Mensch braucht das, was du zu geben hast. Alle anderen sind besser als du. Was kannst du schon? Du hättest die Bühne nie betreten sollen. Voll peinlich. Bestimmt verdrehen alle über dich die Augen und lachen." Bähm.


Wenn ich dem Glauben schenke und folge, müsste ich hinschmeißen. Mich zurückziehen. Verstecken.


Das schwierige ist: der Zweifel wirkt eh. Ob ich ihm Raum gebe oder nicht. Ob ich zuhöre und ihn bejahe, mir all die Verletzungen und Ängste anschaue, die darunter liegen, oder nicht. Er wirkt.


Jeden Tag.


Er beißt mir ständig in die Waden. Flüstert. Lästert. Hält mich ab. Lässt mich schweigen. Im Hintergrund stehen bleiben. Mich trauen und dann wieder zurückziehen. Seht mich, aber bitte seht mich nicht.


Ich werde heute meinen Zweifel umarmen. Mir mal anhören, wo der wohnt in mir und wann der gelernt hat, mich so zu triezen. Ich weiß, der will mich sicher halten.


Aber ich will lernen, dass ich sicher bin in der Sichtbarkeit. Darin, auf der Bühne zu sein und den Menschen ein Beitrag zu sein, denen ich einer sein kann. Darin, mich zu leben, ohne diesen Helikopterzweifel, der jeden meiner Schritte scannt und bewertet.


Also, Zweifel, lass mal quatschen...

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