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Aus der Kammer in den Festsaal schreiten.

Es gibt Tage, da fühlt es sich an, als wenn ich in der Abstellkammer des Lebens stehe. Umgeben von Praktischem - der Eimer steht hier, der Besen dort. Alles vertraut, irgendwie auch gemütlich, doch eng und ein wenig dunkel. An diesen Tagen fühlt es sich, als sei diese Kammer das, was das Leben ist. Wie viel mehr kann ich mich an die Tür erinnern, die aus der Kammer heraus ins Leben führt?


Wie wird sich der Festsaal anfühlen, den ich dahinter finde? Wie viel Glamour, wie viel Weite, wie viel Licht, wie viel Pomp wird es dort geben?


Wie trete ich den Menschen entgegen, die hier sind? Stehe ich am Rand oder tanze ich mit ihnen? Lache ich so laut, dass man mich in jeder Ecke des Saals hören kann?


Spüre ich die Musik in jeder Zelle meines Körpers, lasse ich mich ein auf die Ekstase des Tanzes, wirbele ich herum, bis mir vor lauter Freude schwindelig wird?


Schreite ich am Buffet entlang und spüre ich, wie mir das Wasser im Munde zusammenläuft? Picke ich hiervon und koste ich davon, dankbar, dass mir so eine Fülle geboten wird und ich genau das wählen kann, auf das ich Lust habe?


Wie selbstverständlich werde ich mich bewegen in diesem Saal, in dem Luxus, in diesem Leben, das voller Glitzern, Fülle und Strahlen ist?


Wie großartig fühlt sich das Leben an, wenn ich mich daran erinnere, dass die Abstellkammer nur eine Momentaufnahme ist? Wie viel Erlaubnis habe ich, hinauszutreten und an diesem Fest teilzunehmen, das das Leben ist?




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