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Müde vom Kämpfen.

Wer muss ich sein in dieser Welt?


Um geliebt zu werden? Dazuzugehören? Etwas wert zu sein? Mein Dasein zu berechtigen?


So lange war das meine Brille auf das Leben. Darauf, wie ich mich in die Welt gebe. Wie sehr es schmerzt, was ich da alles abgeschnitten, kleingemacht, runtergeputzt habe.


Dieser Kampf macht mich so müde. Ja, etwas in mir hat das als Strategie entwickelt, um zu überleben. Denn wenn ich allein bin, nicht reinpasse, abgelehnt werde, muss ich sterben - das ist es, was in unserem System evolutionsbiologisch abgespeichert ist.


Aber dieser Kampf - der ist doch kein angenehmes Leben! Was da an Energie reingeht...


Was, wenn ich erst einmal davon ausgehe, dass mein Wert nicht und niemals in Frage steht? Weil ich offenbar gemeint bin - sonst wäre ich doch nicht hier? Was, wenn ich davon ausgehe, dass ich geliebt bin - egal, was ich tue oder sage? Was, wenn ich mir erlaube, mich an die Welt zu verschenken - mit allem, was ich bin? Wissend, dass ich mit den Herausforderungen des Lebens umzugehen weiß, wenn sie eintreffen und es keine tausend Pläne für jedes was-wäre-wenn-Szenario braucht.


Da wird etwas weit und kraftvoll in mir. Etwas, das die Teile in mir, die alles gegeben haben, mich zu schützen, im Arm halten kann. Und ich kann neu wählen. Ein neues Spiel ausprobieren.


Mein Wert. Dein Wert. Der steht einfach nie in Frage. Wenn wir ihn nicht selbst dauernd in Frage stellen, können wir das hoffentlich als tiefe Wahrheit in jeder Zelle spüren.


Und während etwas in mir gerade denkt, dass ich mich hier viel zu verletzlich zeige und es nicht abschicken sollte, weiß ich doch: Ich darf meine Wahrheit sprechen. Und vielleicht ist da draußen jemand, dem sie dient.

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